Dr. Dietmar Weiß Beratung
Dokumenten-, Workflowmanagement und Betriebswirtschaft

Elektronische Rechnungen in Frankreich

Stand März 2023

E-Rechnungen

In Frankreich tritt die verschobene verschobene Reform bezüglich dem Empfang von elektronischen Rechnungen ab dem 1. Juli 2023 in Kraft treten (E-Invoi­cing). Die Pflicht zur Ausstellung elektronischer Rechnungen und zur elektronischen Übermittlung von Daten tritt je nach Unternehmensgröße schrittweise in Kraft. 

Gleichzeitig gilt auch die Vorschrift zur elektronischen Datenübermittlung (E-Reporting)

Der Zeitplan sieht wie folgt aus:

  • Ab 01.07.2024: Große Unternehmen
  • Ab 01.01.2025: Mittlere Unternehmen („EIT“)
    (Unternehmen, die nicht zu den KMU gehören, weniger als 5.000 Persinen beschäftigen und einen Jahresumsatz von höchstens 1,5 Mrd. Euro oder eine Bilanz von höchstens 2 Mrd. Euro haben)
  • Ab 01.01.2026 Mittlere und kleine Unternehmen („KMU“)
    (Unternehmen, die weniger als 250 Personen beschäftigen und einen Jahresumsatz von höchstens 50 Millionen Euro oder eine Bilanzsumme von höchstens 43 Millionen Euro haben)

Die E-Rechnung ist beispielsweise zu stellen bei
Umsätzen zwischen in Frankreich ansässigen Steuerpflichtigen („B2B Inland”) und bei
bestimmten internationalen Umsätze, insbesondere bei der Ausfuhr von Waren, die vom Verkäufer in Länder außerhalb der EU versandt werden.

Rechnungsformat  bei reinen XML-Rechnugnen ist entweder Cross industry language (CII)  oder Universal Business Language (UBL) (Basis: europäische Norm EN 16931). Die Unternehmen können ihre Rechnungen oder elektronischen Daten auch in einem gemischten Format (Factur-X) übermitteln, das eine strukturierte XML-Datendatei (IIC16b) mit einer Datei im PDF-Format (PDF/A3-Standard) kombiniert.  Das entspricht auch dem hybriden deutschen ZugFerd-Format in der neuesten Fassung.

Als Ausnahmeregelung zur Verpflichtung, die Rechnung in einem strukturierten (IIC und UBL) oder gemischten Format (Factur-X) zu übermitteln, müssen PPF und PDP (siehe unten) die elektronische Konvertierung von Rechnungen, die nicht dem richtigen Format entsprechen, bis zum 31. Dezember 2027 gewährleisten. 

 

E-Reporting: Direkte oder indirekte Meldung

Das e-Reporting-System wird für alle Unternehmen Pflicht werden, die internationale B2C und B2B Transaktionen durchführen.

Die Meldung an den französischen Staat kann direkt oder indirekt über zugelassene Dritt-Platformen erfolgen.

ad 1) PPF-Plattform:

Das nationale B2B2G-Portal für die E-Rechnung (Plateforme Publique de Facturation - PPF) ist die Plattform des französischen Staates, an die die Rechnungen gemeldet werden können.

ad 2) PDP-Plattform (private Plattfromen)

Plateforme de Dématérialisation Partenaire (PDP). Es handelt sich dabei um eine Dematerialisierungsplattform für die Umwandlung, Validierung und Übermittlung der Rechnungen an die französischen Steuerbehörden. Sie kann auch die für das e-Reporting erforderlichen Rechnungsdaten an die Regierung weiterleiten.

Ein PDP-Anbieter agiert als Vermittler, indem er die Übermittlung elektronischer Rechnungen vom Lieferanten direkt an den Kunden oder indirekt über seine PDP -Plattform gewährleistet. Er muß auch sicherstellen, dass die elektronischen Rechnungen und Daten des Lieferanten an die staatliche PPF weitergeleitet werden.